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KI-Antworten prüfen: die 2-Minuten-Routine

KI Antworten prüfen in 2 Minuten: eine Routine für Zahlen, Quellen, Gegenpositionen und Bilder. So bleibt die Verantwortung bei dir.

Quick WinKompetenz

«Das hat ChatGPT so gesagt.» Wenn dieser Satz als Begründung reicht, ist etwas schiefgelaufen. Dann hast du nicht nur das Denken abgegeben, sondern auch die Verantwortung. KI-Antworten prüfen ist deshalb keine Kür, sondern die Kernkompetenz der ersten Stufe im Level-Modell: gute Dialoge führen und Resultate checken.

Wie schnell ungeprüfte KI-Ausgaben durchrutschen, hat die Migros-Guetzlidose gezeigt: ein KI-generiertes Weihnachtsmotiv, das Rentier hatte fünf Beine. Das Bild ging durch die Medien und durch tausende Feeds, bevor es jemandem auffiel. Die wenigsten schauen bei KI-Bildern genau hin. Bei Texten ist es nicht besser, dort sieht man die Fehler nur schlechter.

Die gute Nachricht: Prüfen dauert keine Viertelstunde. Zwei Minuten reichen, wenn du eine Routine hast.

KI-Antworten prüfen: die 5-Punkte-Routine

Geh diese Liste durch, bevor du eine KI-Antwort weiterverwendest:

  1. Zahlen, Namen, Daten gegenchecken. Alles, was konkret klingt, ist am ehesten falsch: Jahreszahlen, Prozentwerte, Personennamen, Gesetzesartikel. Prüfe jede Angabe, die du weitergibst, einmal unabhängig. Eine kurze Suche genügt meist.
  2. Quellen verlangen. Frag nach: «Woher stammt diese Aussage? Gib mir die Quelle.» Und dann: Quelle wirklich öffnen. KI-Tools erfinden gelegentlich Quellen, die seriös aussehen und nicht existieren.
  3. Gegenposition erfragen. Stell die Frage: «Was spricht gegen diese Empfehlung? Wo liegen die Schwächen?» Eine KI, die nur bestätigt, ist eine Autorität. Eine KI, die widerspricht, ist eine Sparringspartnerin. Warum dieser Unterschied entscheidend ist.
  4. Bei Bildern: Details zählen. Finger, Beine, Zähne, Schriftzüge, Spiegelungen, Schatten. Genau dort patzt Bild-KI am häufigsten. Das Fünf-Beine-Rentier hätte jede-/r entdeckt, der zehn Sekunden hingeschaut hätte.
  5. Bauchgefühl ernst nehmen. Klingt die Antwort zu glatt, zu rund, zu passend? Genau dann nachhaken. KI-Tools formulieren Unsinn genauso souverän wie Fakten. Der überzeugende Ton ist kein Qualitätsmerkmal.

Wann du die Routine brauchst

Nicht bei allem. Wenn du dir eine E-Mail umformulieren lässt, liest du sie sowieso durch. Die Routine brauchst du immer dann, wenn die Antwort dein Wissen übersteigt oder wenn sie das Haus verlässt: Zahlen in einer Präsentation, Aussagen in einem Angebot, ein Bild im Firmen-Newsletter, eine rechtliche Einschätzung.

Faustregel: Je weniger du das Ergebnis selbst beurteilen kannst und je mehr Menschen es sehen, desto gründlicher prüfst du.

Was es dir bringt

Du wirst nicht langsamer, du wirst verlässlicher. Wer konsequent prüft, merkt schnell, wo die eigene KI stark ist und wo sie regelmässig danebenliegt. Das kalibriert auch die Selbsteinschätzung, und die täuscht bei KI-Kompetenz erstaunlich oft.

Der nächste Schritt ist einfach: Nimm die nächste KI-Antwort, die du heute weiterverwenden willst, und geh die fünf Punkte durch. Stoppuhr an. Du wirst sehen: Zwei Minuten reichen, und mindestens ein Punkt fördert etwas zutage.

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