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KI kritisch nutzen: Autorität oder Sparringspartnerin?

KI kritisch nutzen statt blind vertrauen: Ob KI dich schneller oder besser macht, entscheidet deine Haltung. Zwei Arten der Nutzung im Vergleich.

EinordnungKompetenz

«Das hat ChatGPT so gesagt.» Wenn dieser Satz als Begründung reicht, läuft etwas schief. Denn er klingt danach, als wäre das Denken an die KI abgegeben worden. Und mit dem Denken gleich die Verantwortung. KI kritisch nutzen heisst das Gegenteil: Die Antwort ist der Anfang der Arbeit, nicht ihr Ende.

Zwei Arten, KI zu nutzen

Aus unseren Kursen und unserer eigenen Arbeit kennen wir zwei Grundhaltungen:

Die erste: «Hauptsache, ich bin schneller.» Die KI liefert, der Mensch übernimmt. Das Resultat wird kopiert, verschickt, abgelegt. Die KI wird zur Autorität, ihre Antwort zur Wahrheit.

Die zweite: «Hilf mir, besser zu werden.» Hier bleibt der Mensch am Steuer. Die KI liefert einen Entwurf, und dann beginnt das Sparring: Gegenargumente einfordern, Varianten prüfen, nach Lücken fragen, testen, verwerfen, verbessern.

Die Tools sind in beiden Fällen dieselben. Der Unterschied liegt in der Haltung.

Warum die zweite Haltung mehr bringt

Kurzfristig ist die erste Variante bequemer. Langfristig zahlt nur die zweite ein. Drei Gründe:

  • Qualität: KI-Antworten sind plausibel, aber nicht immer richtig. Wer prüft, fängt Fehler ab, bevor sie Schaden anrichten. Wie das schnell geht, zeigt der Beitrag KI-Antworten in 2 Minuten prüfen.
  • Lernen: Wer sich Gegenargumente geben lässt, versteht das Thema am Ende besser als vorher. Wer nur kopiert, versteht es schlechter, weil die eigene Auseinandersetzung wegfällt.
  • Verantwortung: Für das Resultat haftest du, nicht das Modell. Ein Konzept, eine Offerte oder eine Analyse trägt deinen Namen. «Die KI hat das so gesagt» ist keine Begründung, die vor Kund-/innen oder Vorgesetzten trägt.

Wichtig: KI kritisch nutzen heisst nicht, ihr zu misstrauen oder jede Antwort dreimal zu zerpflücken. Es heisst, sie als das zu behandeln, was sie ist: eine starke Sparringspartnerin mit blinden Flecken. Guten Sparringspartner-/innen widerspricht man. Genau davon wird das Ergebnis besser.

Dein nächster Schritt

Ändere bei deiner nächsten KI-Aufgabe eine Kleinigkeit: Nimm die erste Antwort nicht an. Stell stattdessen eine dieser Fragen: «Was spricht gegen diesen Vorschlag?», «Welche Annahmen triffst du hier?», «Was fehlt?» Du wirst merken, wie viel Substanz in der zweiten Runde steckt. Wer so arbeitet, ist nicht langsamer. Er ist besser, und zwar mit jedem Sparring ein Stück mehr.

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